Netanjahu besteht auf Recht zur Fortsetzung des Gaza-Kriegs (2024)

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Aktuelles zum Krieg im Nahen Osten Krieg in Nahost++ Laut UN "kein Zweifel" an Hungersnot in Gaza ++ Deutsche Marine schickt wieder Schiff zu Einsatz ins Rote Meer Netanjahu besteht auf Recht zur Fortsetzung des Gaza-Kriegs Tausende demonstrieren in Israel für Geisel-Deal „Tag des Widerstands“: Proteste in Israel gehen weiter Nachrichten7.7.2024Proteste in Israel gehen weiter 16 Tote bei israelischem Angriff auf Schule Gazastreifen16 Tote bei Angriff auf Schulgebäude UN befürchten Eskalation zwischen Hisbollah und Israel UN warnt vor Eskalation im Libanon Verhandlungen über eine Waffenruhe gehen weiter Mossad-Chef zu Gaza-Verhandlungen entsandt Hisbollah: Mehr als 200 Raketen auf Israel abgefeuert Pro-Palästina-Aktivisten besetzen australisches Parlamentsgebäude Hamas reagiert auf Waffenruhe-Vorschlag Krieg in NahostIsrael prüft Hamas-Vorschlag für Geisel-Deal Mehr als 70 Professoren veröffentlichen Statement gegen Antisemitismus Israel: Zivilisten sollen Chan Yunis wieder räumen Chef des Al-Schifa-Krankenhauses aus israelischer Haft entlassen Nachrichten2.7.2024Israel lässt inhaftierten Direktor der Al-Schifa-Klinik in Gaza frei Israel-Hamas-KriegFolter während Haft? Heftige Vorwürfe gegen Israel Ultraorthodoxe protestieren gegen Wehrpflicht Israelische Botschaft in Belgrad geschlossen Nachrichten30.6.2024Serbien: Angriff vor israelischer Botschaft Israel attackiert Stellungen der Hisbollah Erste Urteile gegen Hisbollah-Auslandsfunktionäre Hisbollah feuert Dutzende Raketen auf Israel ab Propalästinensischer Verein Samidoun klagt gegen sein Verbot NahostkonfliktBetätigungsverbot für Hamas und Samidoun in Deutschland - was heißt das? Jüdischer Student verklagt Berliner Uni Auswärtiges Amt: Deutsche sollen aus Libanon ausreisen Israel: 3.000 Ultraorthodoxe sollen zum Wehrdienst eingezogen werden Israels höchstes GerichtAuch Ultraorthodoxe müssen Wehrdienst leisten Kanada ruft Landsleute zum Verlassen des Libanons auf ZDF-Magazin frontal: Jüdischer Student verklagt FU Berlin Baerbock: Weitere 19 Millionen Euro für hungernde Menschen in Gaza Familien von Hamas-Opfern verklagen UN-Hilfswerk UNRWA Baerbock trifft Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde Israel meldet Tod von weiterer Geisel

Nach dem Angriff der Hamas auf Israel entwickelte sich ein Krieg in Nahost. Hier gibt es die wichtigsten News zum Nahost-Konflikt und der Lage im Gazastreifen im Live-Ticker.

  • Deutsche Marine schickt wieder Schiff zu Einsatz ins Rote Meer
  • Netanjahu besteht auf Recht zur Fortsetzung des Gaza-Kriegs
  • Tausende demonstrieren in Israel für Geisel-Deal
  • 16 Tote bei israelischem Angriff auf Schule

Deutsche Marine schickt wieder Schiff zu Einsatz ins Rote Meer

Die Bundeswehr will sich wieder am EU-Militäreinsatz zum Schutz von Handelsschiffen im Roten Meer beteiligen. Die Fregatte „Hamburg“ hat laut Marine am Morgen den Stützpunkt in Wilhelmshaven verlassen, sie soll erst mal im Mittelmeer das Abschießen von Flugkörpern üben. Anfang des Jahres hatte sich die Deutsche Marine bereits mit der Fregatte „Hessen“ an dem Einsatz beteiligt. Im Roten Meer sollen Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Handelsschiffe abgewehrt werden.

Netanjahu besteht auf Recht zur Fortsetzung des Gaza-Kriegs

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu fordert kurz vor der Wiederaufnahme indirekter Verhandlungen über ein Geiselabkommen im Gaza-Krieg als Bedingung das Recht zur Fortsetzung der Kämpfe gegen die Hamas ein. „Jedes Abkommen wird Israel erlauben, die Kämpfe wieder aufzunehmen, bis alle Kriegsziele erreicht sind“, heißt es in einer Liste an Bedingungen, die das Büro des Ministerpräsidenten veröffentlichte. Netanjahus Erklärung löste laut Medienberichten prompt Verärgerung aus.

Die indirekten Verhandlungen über eine Waffenruhe und einen Austausch von Geiseln gegen palästinensische Häftlinge sollen diese Woche in Kairo weitergehen. Ägypten, Katar und die USA vermitteln zwischen beiden Seiten. Auf dem Tisch liegt ein Stufenplan. Die Vermittler bemühen sich derzeit um Formulierungen, um die bestehende Kluft in strittigen Punkten zu überbrücken. Die Äußerungen von Netanjahu schadeten diesen Bemühungen, zitierte die „Times of Israel“ einen namentlich nicht genannten ranghohen Vertreter der Vermittler.

Nach wochenlangem Stillstand hatte es zuletzt Anzeichen für Fortschritte in den schwierigen Verhandlungen gegeben. So soll sich die islamistische Hamas flexibel zeigen und von ihrer Kernforderung abgewichen sein, Israel müsse sich vorab zum Ende des Kriegs verpflichten. Das Büro des israelischen Ministerpräsidenten erklärte derweil, Israel werde auch versuchen, die Zahl der lebenden Geiseln, die im Rahmen eines Abkommens freigelassen werden müssten, zu maximieren. Auch werde es bewaffneten Kämpfern nicht erlauben, in den Norden Gazas zurückzukehren. Waffenschmuggel von Ägypten aus werde unterbunden.

Tausende demonstrieren in Israel für Geisel-Deal

In Tel Aviv haben Demonstranten am Sonntag den zweiten Tag in Folge Straßen blockiert, um die israelische Regierung zu einem Abkommen mit der Hamas zur Befreiung der Geiseln zu bewegen.

Fahnenschwenkende Demonstranten hielten an einer Kreuzung in Tel Aviv den Verkehr auf. Sie forderten Neuwahlen und mehr Anstrengungen hinsichtlich einer Befreiung der von der Hamas in den Gazastreifen verschleppten israelischen Geiseln.

Zuvor war es bei der Besetzung einer Straße bereits zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen, die Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein. In Jerusalem verstärkte die Polizei vor einer für Sonntag angekündigten Demonstration die Sicherheitsvorkehrungen rund um den Wohnsitz von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

„Tag des Widerstands“: Proteste in Israel gehen weiter

In Israel sind die landesweiten regierungskritischen Demonstrationen auch am Morgen weitergegangen. Die Demonstranten fordern die Regierung auf, möglichst rasch eine Vereinbarung mit der Terrorgruppe Hamas zu schließen, die eine Freilassung von Geiseln vorsieht. Aus Tel Aviv berichtet Julio Segador:

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Nachrichten7.7.2024Proteste in Israel gehen weiter

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Julio Segador berichtet aus Tel Aviv über die regierungskritischen Proteste in Israel. Die Demonstranten fordern die Regierung auf, möglichst rasch eine Vereinbarung mit der Terrorgruppe Hamas zu schließen, die eine Freilassung von Geiseln vorsieht.

16 Tote bei israelischem Angriff auf Schule

Bei einem Angriff auf eine Schule im Gazastreifen sind nach Angaben der radikalislamischen Hamas am Samstag mindestens 16 Menschen getötet worden. 50 weitere Menschen seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem Israel die vom UN-Palästinenserhilfswerk (UNRWA) betriebene Schule in der Flüchtlingssiedlung Nusseirat angegriffen habe, teilte das Hamas-geführte Gesundheitsministerium mit.

Die israelische Armee erklärte, „mehrere Terroristen“ angegriffen zu haben, die im Umfeld der Al-Jawni-Schule agiert hätten. Laut der Hamas hatten 7000 Menschen Zuflucht in der Schule in Nusseirat gesucht. Die meisten der Opfer des Angriffs seien „Frauen, Kinder und Ältere“. Mediziner hatten zuvor zehn Tote bei einem Angriff auf ein Gebäude in Nusseirat gemeldet. „Dieser Ort diente als Versteck und operative Infrastruktur, von der aus Angriffe auf die im Gazastreifen operierenden israelischen Truppen gesteuert und ausgeführt wurden“, erklärte die israelische Armee weiter. Es seien „Maßnahmen ergriffen worden, um das Risiko, Zivilisten zu schädigen, zu verringern“.

UN befürchten Eskalation zwischen Hisbollah und Israel

Die Vereinten Nationen warnen davor, dass sich der Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon ausweiten könnte. Die verstärkten Schusswechsel zwischen beiden Seiten an der Grenze erhöhten das Risiko eines plötzlichen und größeren Flächenbrandes, so die UNO. In dem Konflikt verlangt Israel, dass sich die Hisbollah 30 Kilometer von der Grenze zurückzieht, so wie es eine UN-Resolution vorsieht. Die vom Iran unterstützte Hisbollah will dagegen erst mit ihrem Beschuss aufhören, wenn es einen Waffenstillstand im Gazastreifen gibt.

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UN warnt vor Eskalation im Libanon

Dauer

UN warnt vor Eskalation im Libanon

Verhandlungen über eine Waffenruhe gehen weiter

Israel und die islamistische Hamas verhandeln nach wochenlangem Stillstand wieder über eine Waffenruhe im Gazastreifen und den Austausch von Geiseln und Gefangenen. Einem israelischen Radiosender zufolge hat sich eine Delegation aus Israel in Doha mit dem katarischen Ministerpräsidenten und dem Außenminister getroffen. Katar, Ägypten und die USA sind weiterhin Vermittler bei den Gesprächen mit der Hamas. In die Verhandlungen ist wieder Bewegung gekommen, nachdem die Islamisten etwas nachgegeben haben. Grundlage der Gespräche ist ein Drei-Stufen-Plan, dem Israel weitgehend zugestimmt hat. Auf ihn scheint sich jetzt auch die Hamas einzulassen.

Mossad-Chef zu Gaza-Verhandlungen entsandt

In die festgefahrenen Verhandlungen über eine Waffenruhe im Gazastreifen kommt offenbar Bewegung. Israel schickt den Chef des Geheimdienstes Mossad, David Barnea, zu Gesprächen nach Katar. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP und beruft sich auf Verhandlungskreise. Ziel sei es, ein Friedensabkommen für Gaza zu erreichen. Die Gespräche hatten seit Wochen auf Eis gelegen.

Hisbollah: Mehr als 200 Raketen auf Israel abgefeuert

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hat Israel nach eigenen Angaben vom Libanon aus mit mehr als 200 Raketen beschossen. Die Attacken auf israelische Militärstützpunkte seien eine Reaktion auf die Tötung eines ranghohen Hisbollah-Kommandeurs, hieß es. Israels Armee bestätigte, es seien zahlreiche Geschosse und Drohnen in den Luftraum eingedrungen. Israel greife im Gegenzug die Abschussorte im Libanon an.

Im Norden Israels heulten in vielen Orten Sirenen. In einigen Regionen brachen nach Militärangaben Feuer aus. International wächst die Sorge, dass sich der Konflikt mit der Hisbollah ausweitet und neben dem Gazastreifen eine zweite Kriegsfront entsteht.

Pro-Palästina-Aktivisten besetzen australisches Parlamentsgebäude

Pro-Palästinensische Aktivisten haben das Dach des australischen Parlamentsgebäudes in Canberra besetzt. Sie entrollten Transparente, auf denen sie Israel Kriegsverbrechen vorwerfen. Der innenpolitische Sprecher der Opposition schrieb auf X, die Sicherheit des Parlaments sei dadurch schwer verletzt worden.

This is serious breach of the Parliament’s security. The building was modified at great expense to prevent incursions like this. An investigation is required. https://t.co/AL8ARPeRtO

In Australien gibt es immer wieder Proteste gegen das israelische Vorgehen im Gazastreifen. Vor der Uni in Sydney campieren seit Wochen Aktivisten, um gegen den Krieg zu protestieren. Die Uni hat dagegen bisher nichts unternommen.

Hamas reagiert auf Waffenruhe-Vorschlag

Die militant-islamistische Hamas hat nach eigenen Angaben auf einen Vermittlervorschlag für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg reagiert. Ein Funktionär des Politbüros der Hamas sagte, der von den USA vorgelegte Vorschlag werde weder abgelehnt noch akzeptiert. Es sei mit „einigen Ideen geantwortet worden, um den Graben zwischen beiden Seiten zu überbrücken.“ Der israelische Geheimdienst Mossad erklärte, der Hamas-Vorschlag werde nun geprüft.

Nach Angaben der Hamas waren an dem neuen Vorschlag auch Vermittler aus Katar und Ägypten beteiligt. Über den genauen Inhalt ist bislang nichts Genaues bekannt.

Mehr als 70 Professoren veröffentlichen Statement gegen Antisemitismus

Mehr als 70 Professoren protestieren gegen Antisemitismus im deutschen Wissenschaftsbetrieb – darunter auch welche von den Unis in Mannheim, Mainz, Freiburg und Konstanz. Im Internet veröffentlichten sie einen Brief, in dem sie betonten, sie stellten sich ohne Wenn und Aber vor die jüdischen Studierenden und Kollegen. Diese müssten unversehrt und sicher an den Universitäten und Hochschulen studieren und arbeiten können. Indirekt nahmen die Professoren auch Bezug auf die sogenannten pro-palästinensischen Camps.

Wir verurteilen antisemitische Ausgrenzung, das Verwenden von Terror-Symbolen,die Infragestellung des Existenzrechts Israels, jegliche Form von Gewalt und Verwüstungen in Universitätsgebäuden aufs Schärfste.

Selten unterzeichne ich Aufrufe. Hier bin ich seit gefühlten 20 Jahren wieder Erstunterzeichner. Weil dies enorm wichtig ist. https://t.co/s3Ox5zmsO3

Israel: Zivilisten sollen Chan Yunis wieder räumen

Die israelischen Streitkräfte haben palästinensische Zivilisten aufgerufen, den östlichen Teil der Stadt Chan Yunis im Gazastreifen zu verlassen. Die Aufforderung könnte auf eine neue Offensive in der zweitgrößten Stadt des Gazastreifens hindeuten. Im April hatte sich das israelische Militär aus Chan Yunis zurückgezogen.

Chef des Al-Schifa-Krankenhauses aus israelischer Haft entlassen

Israel hat den Leiter des Al-Schifa-Krankenhauses in der Stadt Gaza und Dutzende weitere festgenommene Palästinenser aus dem Gazastreifen auf freien Fuß gesetzt. Der Klinikleiter Mohammed Abu Salmija warf Israel vor, in der Haft „schwerer Folter“ ausgesetzt worden zu sein und einen Daumenbruch erlitten zu haben. Er war bei einem israelischen Einsatz in der Al-Schifa-Klinik in Gaza festgenommen worden und saß mehr als sieben Monate in Haft.

Israel beschuldigt die radikalislamische Hamas, Zivilisten als menschliche Schutzschilde und zivile Einrichtungen wie Krankenhäuser und Schulen für ihre Infrastruktur zu nutzen, unter anderem als Kommandozentralen und Waffenlager – darunter auch das Al-Schifa-Krankenhaus. Die israelischen Streitkräfte stießen unter anderem dort nach eigenen Angaben auf Tunnel und weitere Infrastruktur der Hamas. Die Hamas streitet das ab.

Julio Segador berichtet:

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Nachrichten2.7.2024Israel lässt inhaftierten Direktor der Al-Schifa-Klinik in Gaza frei

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Julio Segador berichtet über die Freilassung des Al-Schifa-Klinikdirektors Mohammed Abu Salmija und dessen Anschuldigungen an Israel, in der Haft gefoltert worden zu sein.

Ultraorthodoxe protestieren gegen Wehrpflicht

Tausende ultraorthodoxe Männer haben in Israel gegen die neue Wehrpflicht demonstriert. In Jerusalem kam es Medienberichten zufolge zu Zusammenstößen mit der Polizei. Fünf Gewalttäter seien festgenommen worden. Auslöser ist ein Gerichtsurteil, wonach künftig auch ultraorthodoxe Männer zum Armeedienst eingezogen werden müssen.

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Ultraorthodoxe Juden protestieren gegen Wehrdienst

Israelische Botschaft in Belgrad geschlossen

Nach einem Angriff auf die israelische Botschaft in Serbien ist die Vertretung vorübergehend geschlossen worden. Das hat das Innenministerium in Belgrad mitgeteilt. Demnach hatte ein Angreifer vor der Botschaft mit einer Armbrust auf einen serbischen Polizisten geschossen. Der Beamte sei am Hals verletzt worden und habe den Schützen in Notwehr erschossen. Die Identität des Angreifers und sein mögliches Motiv sind noch unklar. Das israelische Außenministerium und die serbischen Behörden sprachen von einem Terroranschlag.

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Nachrichten30.6.2024Serbien: Angriff vor israelischer Botschaft

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Beitrag von Silke Hahne

Israel attackiert Stellungen der Hisbollah

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben Stellungen der proiranischen Schiitenmiliz Hisbollah im Süden des Libanons attackiert. Mehrere Ziele seien angegriffen worden, darunter Militäranlagen. Das gab die israelische Armee am späten Freitagabend bekannt.

Die Armee reagiert damit auf erneute Angriffe der Hisbollah auf Gebiete im Norden Israels. 25 Geschosse und drei Drohnen seien abgefeuert worden. Menschen seien nicht verletzt worden, allerdings hätten einige der Raketen Waldbrände ausgelöst.

Erste Urteile gegen Hisbollah-Auslandsfunktionäre

In Hamburg sind zwei Funktionäre der libanesischen Hisbollah verurteilt worden. Das Hanseatische Oberlandesgericht verhängte gegen die Männer mehrjährige Haftstrafen. In dem Verfahren ging es auch um die Frage, ob die Hisbollah im Ausland eine terroristische Vereinigung ist. Dies wurde erstmals durch ein deutsches Gericht bejaht. Ein 50 Jahre alter Libanese wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Ein 56-jähriger Deutsch-Libanese zu drei Jahren. Beiden waren nach Überzeugung der Richter als Auslandsfunktionär für die schiitisch-islamistische Hisbollah tätig. Für diese gilt seit April 2020 ein Betätigungsverbot in Deutschland.

Hisbollah feuert Dutzende Raketen auf Israel ab

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat nach eigenen Angaben erneut "Dutzende" Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. Den vom Iran unterstützten Islamisten zufolge zielten die Angriffe auf den wichtigsten Stützpunkt der Flugabwehr des Nordkommandos der israelischen Armee.

Die israelische Armee gab ihrerseits „rund 35 Raketenabschüsse“ und den Start von zwei Drohnen aus dem Libanon bekannt. Die Hisbollah erklärte zudem, vier ihrer Kämpfer seien getötet worden. Die Hisbollah bezeichnete die Angriffe auf israelisches Gebiet als Reaktion auf israelische Angriffe auf die Stadt Nabatäa und die Ortschaft Sohmor. Der israelischen Armee zufolge wurden die meisten Raketen abgefangen, es gebe keine Informationen über zu Schaden gekommene Menschen:

Approximately 35 launches were identified crossing from Lebanon. The IDF Aerial Defense Array successfully intercepted most of the launches. No injuries were reported. https://t.co/eRyG3LcfJN

Propalästinensischer Verein Samidoun klagt gegen sein Verbot

Der propalästinensische Verein Samidoun klagt vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gegen das Verbot, das Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) gegen ihn verhängt hat. Faeser hatte einen Monat nach dem Hamas-Angriff auf Israel ein Betätigungsverbot gegen die Hamas in Deutschland verhängt. Gleichzeitig verbot sie den deutschen Ableger des in den USA gegründeten Vereins Samidoun, der sich als Solidaritätsnetzwerk für palästinensische Gefangene bezeichnet. Begründet wurde das Verbot damit, dass Samidoun Gewalt als Mittel zur Durchsetzung politischer Ansichten unterstütze. Wann das Gericht in Leipzig über die Klage verhandelt, ist noch nicht klar.

Jüdischer Student verklagt Berliner Uni

Der jüdische Student, der Anfang des Jahres in Berlin von einem Kommilitonen angegriffen und schwer verletzt worden war, verklagt seine Universität. Die Klageschrift liegt dem ZDF-Magazin „Frontal“ vor. Ihr zufolge wirft der 31-Jährige der Universität vor, keine adäquaten Maßnahmen ergriffen zu haben, um die antisemitische Diskriminierung zu verhindern oder zu beseitigen. Laut Berliner Hochschulgesetz ist die Uni genau dazu verpflichtet. Der Student hatte bei dem Angriff mehrere Knochenbrüche im Gesicht erlitten. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, geht aber von einem antisemitischen Motiv aus.

Auswärtiges Amt: Deutsche sollen aus Libanon ausreisen

Das Auswärtige Amt hat alle Deutschen im Libanon nochmals zur Ausreise aufgefordert. Die Lage an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon sei sehr angespannt, teilte das Außenministerium mit. Eine weitere Eskalation könne dazu führen, dass der Flugverkehr von und nach Beirut komplett eingestellt werde – eine Ausreise aus dem Libanon auf dem Luftweg wäre dann nicht mehr möglich.

Deutsche in #Libanon werden dringend aufgefordert auszureisen. Die Lage an der Grenze zwischen #Israel & Libanon ist sehr angespannt. #Reisewarnung und Ausreiseaufforderung für Libanon wurden daher heute erneut verschärft: https://t.co/YZ5Ze4UIMc

Nachdem die palästinensische Hamas am 7. Oktober 2023 einen Großangriff auf Israel gestartet hatte, werden seit dem 8. Oktober 2023 auch von libanesischem Gebiet durch Hisbollah und andere bewaffnete Gruppen unter anderem Mörsergranaten, Panzerabwehrwaffen und Raketen auf Israel verschossen“, hieß es in den Reise- und Sicherheitshinweisen.Demnach können eine weitere Verschärfung der Lage und Ausweitung des Konflikts nicht ausgeschlossen werden - vor allem in südlichen Teilen Libanons „bis einschließlich der südlichen Stadtgebiete Beiruts und die Bekaa-Ebene einschließlich des Bezirks Baalbek-Hermel“.

Israel: 3.000 Ultraorthodoxe sollen zum Wehrdienst eingezogen werden

In Israel hat die Generalstaatsanwältin die Armee angewiesen, umgehend 3.000 ultraorthodoxe Religions-Studenten zum Wehrdienst einzuziehen. Dass auch ultraorthodoxe Männer zum Wehrdienst in der Armee verpflichtet werden, entschied Israels höchstes Gericht am Dienstag einstimmig. Das Urteil gilt als herber Rückschlag für die rechtsreligiöse Regierung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Die Richter in Jerusalem stimmten zwei Petitionen zu, die eine sofortige Einberufung wehrpflichtiger ultraorthodoxer Männer gefordert hatten. „Auf dem Höhepunkt eines harten Krieges ist die Belastung durch eine ungleiche Verteilung der Bürde größer denn je, und erfordert eine Lösung“, hieß es in der Urteilsbegründung. Es gebe keine juristische Grundlage, um Ultraorthodoxe von der Wehrpflicht zu befreien.

Kanada ruft Landsleute zum Verlassen des Libanons auf

Kanada hat angesichts der Sorgen vor einem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon seine Landsleute zum Verlassen des arabischen Landes aufgerufen. „Die Sicherheitslage im Libanon wird aufgrund der andauernden und eskalierenden Gewalt zwischen der Hisbollah und Israel immer instabiler und unberechenbarer und könnte sich ohne Vorwarnung weiter verschlechtern“, erklärte Außenministerin Mélanie Joly am Dienstag in einer Mitteilung. Auf X schrieb sie, es sei „an der Zeit, abzureisen, solange noch kommerzielle Flüge verfügbar sind“.

1/2La sécurité des Canadiens, au pays et à l'étranger, est notre priorité absolue.La situation sécuritaire au Liban devenant de plus en plus instable, ce n'est pas le moment de se rendre dans ce pays. https://t.co/i1mPmkpstn

Seit Beginn des Gaza-Krieges vor mehr als acht Monaten beschießen sich Israel und die vom Iran unterstützte libanesische Schiitenmiliz Hisbollah nahezu täglich. Zuletzt nahm die Intensität der Gefechte deutlich zu.

ZDF-Magazin frontal: Jüdischer Student verklagt FU Berlin

Vier Monate nachdem er brutal angegriffen wurde, hat der jüdische Student Lahav Shapira beim Verwaltungsgericht Berlin Klage gegen die Freie Universität (FU) Berlin eingereicht. In der 16-seitigen Klageschrift, die dem ZDF-Magazin frontal exklusiv vorliegt, heißt es: Die Uni habe „keine adäquaten Maßnahmen ergriffen, um die antisemitische Diskriminierung gegen den Kläger, aber auch andere jüdische Studierende zu verhindern oder diese strukturell zu beseitigen. Vielmehr konnte sich ein Umfeld der Unsicherheit entwickeln“. Die Freie Universität Berlin habe zugelassen, „dass antisemitische Sprache sich zu Taten konkretisiert hat“.

Vier Monate nach dem brutalen Angriff verklagt der jüdische Student Lahav Shapira die Freie Universität Berlin. Sie habe versäumt, Judenhass etwas entgegenzusetzen, heißt es in der Klageschrift, die #ZDFfrontal vorliegt. Mehr bei #ZDFheute: https://t.co/BXgLkMOWiZ#Antisemitismus pic.twitter.com/E1SurAWahP

Baerbock: Weitere 19 Millionen Euro für hungernde Menschen in Gaza

Deutschland stellt weitere 19 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Gazastreifen zur Verfügung. Unter Lebensgefahr bringe das UN-Palästinenserhilfswerk UNWRA und das Welternährungsprogramm „Mehl und Reis zu hungernden Familien, denn für die Kinder in Gaza ist jede noch so kleine Mahlzeit überlebenswichtig“, sagte Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) in Israel. Jede Kiste medizinisches Material der Weltgesundheitsorganisationen (WHO) werde helfen, in zerstörten Krankenhäusern im Gazastreifen «wieder ein Minimum an medizinischer Versorgung zu ermöglichen, ergänzte sie.

Millionen Geflüchteten stellen den Libanon vor große Herausforderungen. Wir werden daher nochmal 18 Mio. Euro für Humanitäre Hilfe bereitstellen – konkret für Essen, Unterkünfte und Ärzte. @ABaerbock 3/3

Im umkämpften Gazastreifen hungern laut einem internationalen Bericht rund 96 Prozent der Bevölkerung. Fast eine halbe Million Menschen von einer Bevölkerung von insgesamt 2,2 Millionen seien von katastrophalem Hunger betroffen, teilte das Welternährungsprogramm in Rom mit.

🔴 The latest food security assessment on #Gaza reveals 96% of people face extreme levels of hunger. Nearly half a million people are in catastrophic conditions.To truly turn the corner and prevent famine, full and sustained humanitarian access remains critical warns WFP.

Familien von Hamas-Opfern verklagen UN-Hilfswerk UNRWA

Hinterbliebene von Opfern des Hamas-Angriffs auf Israel haben das UNO-Palästinenserhilfswerk, UNRWA, verklagt. Sie beschuldigen das Hilfswerk, der Hamas mehr als zehn Jahre lang beim Aufbau ihrer terroristischen Infrastruktur geholfen zu haben.

UNRWA habe der Hamas wissentlich Geld gegeben, damit diese Waffen, Sprengstoff und Ausrüstung kaufen könne. Nach israelischen Angaben waren zwölf UNRWA-Mitarbeiter an dem Angriff beteiligt.

BREAKING: “I was held hostage by an UNRWA teacher” Over 100 Victims of Hamas’ October 7th Massacre File Major Lawsuit Against UNRWADozens of Israelis, including freed hostages and relatives of the Kedem family members murdered on October 7th, are filing a lawsuit against the UN… pic.twitter.com/TLm9Y4IGLw

Baerbock trifft Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde

Außenministerin Annalena Baerbock setzt mit einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA), Mohammed Mustafa, in Ramallah ihre zweitägigen Krisengespräche im Nahen Osten fort.

Bei der Unterredung dürfte es auch um die Reformbemühungen der PA gehen. Die Autonomiebehörde könnte aus Sicht der Grünen-Politikerin in einer Nachkriegsordnung im Gazastreifen eine wichtige Rolle spielen.

Israel meldet Tod von weiterer Geisel

Israel hat den Tod einer weiteren Geisel der Terrororganisation Hamas gemeldet. Der Soldat Mohammed Al-Atrasch, ein Mitglied der beduinischen Community in Israel, sei bei dem Angriff am 7. Oktober getötet und anschließend in den Gazastreifen verschleppt worden, teilte das Forum der Geiselfamilien mit, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Armee bestätigte den Tod des 39-Jährigen. Die Zahl der nach israelischen Angaben am 7. Oktober getöteten Menschen erhöhte sich mit dem Tod von Al-Atrasch auf 1.195. Mehr als 250 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.Einige von ihnen wurden inzwischen freigelassen, andere befreit. 116 Geiseln befinden sich nach Angaben Israels noch in der Gewalt der Hamas und weiterer Palästinensergruppen. 42 von ihnen sind vermutlich tot.

Breaking: Mohammed Alatrash, an Israeli Muslim (Bedouin Ethnicity), and a father of 13, has been confirmed dead, and his body is still held in Hamas captivity.#Hamas #Islam #Gaza #Bedouin #Israel #Jews #Muslim #Palestine #Hostage pic.twitter.com/dvC6cIVYaJ

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Introduction: My name is Fredrick Kertzmann, I am a gleaming, encouraging, inexpensive, thankful, tender, quaint, precious person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.