+++ 23:59 Zivilschutz spricht von 1000 Verschütteten im Gazastreifen +++ (2024)

Bei den Gegenangriffen der israelischen Armee nach den Terrorattacken der islamistischen Hamas sind im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge mehr als 1000 Menschen unter Trümmern verschüttet worden. Darunter seien Verletzte und Tote, teilt der Zivilschutz im Gazastreifen mit. Viele seien auch 24 Stunden nach Bombenangriffen noch lebend unter zerstörten Gebäuden geborgen worden. Die israelische Armee hatte die Bevölkerung im nördlichen Gazastreifen am Freitag dazu aufgefordert, das Gebiet zu verlassen.

+++ 23:30 Abbas: Hamas repräsentiert nicht palästinensisches Volk +++
Die Taten und die Politik der radikal-islamischen Hamas repräsentieren nach Darstellung von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas nicht alle Palästinenser. In einem Telefonat mit dem venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro habe Abbas zudem erklärt, die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) sei die "einzig legitime Vertreterin des palästinensischen Volkes", meldet die offizielle Nachrichtenagentur Wafa. Die Hamas kontrolliert den Gazastreifen seit 2007. Sie und die Fatah von Abbas mit Sitz im Westjordanland sind erbitterte Rivalen.

+++ 23:14 Armeesprecher: Wetter nicht der Grund für Verschiebung der Bodenoffensive +++
Ungünstiges Wetter ist nach Aussage eines israelischen Armeesprechers nicht der Grund für die Verschiebung der Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen. "Nein, absolut nicht", sagt Arye Sharuz Shalicar, einer der Sprecher der israelischen Armee, in der ARD-Sendung "Anne Will". Es gehe vielmehr darum, dass noch mehr palästinensische Zivilisten den Süden des Gazastreifens erreichen sollten, damit sie bei einer Bodenoffensive im Norden des Küstenstreifens nicht in Gefahr geraten. Die "New York Times" hatte berichtet, die Bodenoffensive sei eigentlich schon für dieses Wochenende geplant gewesen, dann aber wegen bewölkten Himmels und der dadurch schlechten Sicht für Piloten und Drohnen verschoben worden.

+++ 22:41 US-Außenminister: Arabische Verbündete wollen Eskalation in Nahost verhindern +++
Die arabischen Verbündeten der USA wollen nach Angaben von US-Außenminister Antony Blinken eine weitere Eskalation des Kriegs zwischen Israel und der Hamas verhindern. "In jedem Land, das ich besucht habe, herrscht Entschlossenheit, dafür zu sorgen, dass sich der Konflikt nicht ausweitet", sagt Blinken in der ägyptischen Hauptstadt Kairo. "Niemand sollte anderswo Öl ins Feuer gießen." Diese Einschätzung werde von den arabischen Verbündeten der USA geteilt. Diese wollen demnach "ihre eigenen Beziehungen nutzen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht passiert." Der US-Außenminister besuchte in den vergangenen Tagen mehrere Länder in der Region, darunter Israel, Jordanien, Saudi-Arabien, Katar und Ägypten. Am Montag will er erneut nach Israel reisen.

+++ 22:22 Teheran: Gehen nur bei Angriff Israels militärisch vor +++
Die Regierung in Teheran würde nach eigener Darstellung nur dann militärisch gegen Israel vorgehen, wenn das Land "den Iran, dessen Interessen und Bürger" angreift. "Die Widerstandsfront kann sich selbst verteidigen", erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von der iranischen UN-Vertretung am UN-Hauptsitz in New York.

+++ 22:05 UN-Mission im Libanon meldet Raketeneinschlag in Hauptquartier +++
Bei Gefechten an der israelisch-libanesischen Grenze ist das UNIFIL-Hauptquartier im südlibanesischen Nakura von einer Rakete getroffen worden. Zwar habe sich niemand in Schutzräumen aufgehalten, dennoch sei niemand verletzt worden, teilt die UN-Friedensmission mit. Unklar ist demnach bislang, von wem die Rakete abgefeuert wurde. Angaben zu den Schäden am Hauptquartier macht die UNIFIL noch nicht. Die Blauhelme arbeiteten weiter mit Akteuren auf beiden Seiten zusammen, um die Lage zu beruhigen, heißt es. Derzeit gehe die Eskalation trotz der Bemühungen aber weiter. Angriffe auf Zivilisten und auf UN-Personal stellten Verstöße gegen das Völkerrecht dar, betont die UNIFIL.

+++ 21:42 Macron redet Irans Präsidenten ins Gewissen +++
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnt den Iran vor einer Eskalation und Ausweitung des Konflikts, insbesondere im Libanon. Angesichts der engen Beziehungen Irans zur Hisbollah im Libanon und zur Hamas im Gazastreifen trage die Führung in Teheran Verantwortung, sagt Macron in einem Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Ebrahim Raissi. Er fordert ihn auf, alles zu tun, um einen regionalen Flächenbrand zu verhindern. Der Staatschef betont demnach, wie wichtig es sei, dass die von der Hamas in Israel verübten Terroranschläge von allen eindeutig verurteilt werden, und dass Israel das Recht habe, sich selbst zu verteidigen und die Terrorgruppen, die seine Bevölkerung angreifen, außer Gefecht zu setzen. Teheran wiederrum nutzte das Gespräch, um eine Drohung an Israel auszusprechen (siehe Eintrag um 19.23 Uhr).

+++ 21:34 Israelische Armee: 600.000 Menschen haben sich in Süden des Gazastreifens aufgemacht +++
Nach mehreren Evakuierungsaufrufen haben sich nach israelischen Militärangaben mehr als 600.000 Palästinenser in den Süden Gazas begeben. Das teilt Israels Armeesprecher Daniel Hagari mit. Im Gegensatz zu der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas wolle Israels Militär unbeteiligten Bürgern möglichst wenig Schaden zufügen, betont er.

+++ 21:21 UN: "In Gaza geht das Wasser aus und in Gaza geht das Leben aus" +++
Israels Angriffe auf den Gazastreifen haben nach UN-Angaben zu einer "beispiellosen menschlichen Katastrophe" in dem Palästinensergebiet geführt. "Kein Tropfen Wasser, kein Weizenkorn, kein Liter Treibstoff ist in den vergangenen acht Tagen in den Gazastreifen gelassen worden", sagt der Generalkommissar des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Philippe Lazzarini. Auch die UNRWA-Mitarbeiter im Gazastreifen seien "nicht mehr in der Lage, humanitäre Hilfe zu leisten". Der Krieg habe offenbar "seine Menschlichkeit" verloren, sagt Lazzarini, der insbesondere den Wassermangel im Gazastreifen beklagt: "Wir wissen alle, dass Wasser Leben ist, und in Gaza geht das Wasser aus und in Gaza geht das Leben aus." Nach israelischen Angaben wurde am heutigen Sonntag die Wasserversorgung zumindest im Süden des Gazastreifens wiederhergestellt (siehe Eintrag um 16.14 Uhr).

+++ 21:08 Arabische Liga und Afrikanische Union warnen vor "Völkermord" im Gazastreifen +++
Die Arabische Liga und die Afrikanische Union warnen eindringlich vor den möglichen Folgen einer israelischen Bodenoffensive im Gazastreifen. Ein solcher Militäreinsatz "könnte zu einem Völkermord von beispiellosem Ausmaß führen", erklären die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Stellungnahme. Sie rufen die UNO und die internationale Gemeinschaft dazu auf, eine solche "Katastrophe" zu verhindern, bevor es zu spät sei.

+++ 21:01 Zehntausende protestieren in Marokko gegen Israels Angriffe auf Gaza +++
In Marokko haben Zehntausende Menschen gegen die israelischen Angriffe auf den Gazastreifen protestiert. Der Protestzug in der Hauptstadt Rabat, zu dem ein Bündnis aus islamistischen und linken Parteien aufgerufen hatte, war zwei Kilometer lang. Es war die größte Demonstration in Marokko, seit das nordafrikanische Land im Dezember 2020 seine Beziehungen zu Israel normalisiert hatte. "Das Volk wird Palästina befreien", riefen die Demonstranten, von denen viele palästinensische Flaggen schwenkten. "Nieder mit dem Zionismus" und "Hamas ist Palästina" stand auf Plakaten. Einige Demonstranten trampelten auch auf israelische und US-Flaggen.

+++ 20:46 Israel korrigiert Zahl der Hamas-Geiseln in Gaza nach oben +++
Die radikalislamische Hamas hat nach Angaben der israelischen Armee 155 Geiseln in ihrer Gewalt. Die Familien von "155 Geiseln" seien mittlerweile von den Behörden kontaktiert worden, sagt der Militärsprecher Daniel Hagari. Damit korrigiert er die bisher offiziell bestätigte Zahl von 126 Geiseln nach oben. Unter den Entführten sind auch mehrere Deutsche. Nach Angaben von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock sind den Behörden acht Fälle mit Bezug zu Deutschland bekannt.

03:08 min

Politik 15.10.23

Blufarb zu israelischen Geiseln "Hamas filmte Verschleppung von siebenjährigem Autisten"

+++ 20:30 Klingbeil will Waffenhilfe für Israel mit "maximaler Offenheit" prüfen +++
SPD-Co-Chef Lars Klingbeil stellt Israel auch militärische Hilfen im Kampf gegen die Hamas-Miliz in Aussicht. Die israelische Regierung müsse benennen, was sie genau brauche. Das müsse dann mit "maximaler Offenheit" geprüft werden, sagt Klingbeil in der ARD. Bisher sei man um zwei Drohnen gebeten worden. "Weitere Anfragen sind mir derzeit nicht bekannt." Dies könne sich in den nächsten Tagen aber ändern. Generell hält Klingbeil die Antwort des israelischen Militärs auf den Terrorangriff der Hamas für richtig, pocht aber auch auf Schutz für die palästinensische Zivilbevölkerung. "Das war terroristischer, barbarischer Mord", Israel müsse sich wehren und "diejenigen ausschalten". Richtig sei aber auch: "Die Gegner sind nicht die Palästinenser, Gegner ist die Hamas."

+++ 20:21 US-Regierung will trotz Kongress-Blockade deutlich mehr Geld für Israel +++
Die US-Regierung will ungeachtet der faktischen Blockade des Kongresses deutlich mehr Geld für Militärhilfe an Israel und die Ukraine beantragen. Der Nationale Sicherheitsberater Jake Sullivan sagt im US-Fernsehen, im Laufe der Woche solle den Abgeordneten ein entsprechendes Paket vorgelegt werden. Es werde "signifikant größer" sein als die zwei Milliarden Dollar, über die bislang berichtet worden seien, sagt Sullivan dem Sender CBS. Das Paket werde die notwendigen Rüstungsgüter enthalten, damit die Ukraine ihre "Freiheit, Souveränität und territoriale Integrität" verteidigen könne. Gleichzeitig werde Israel im Kampf gegen die "terroristische Bedrohung" unterstützt. Ähnlich äußert sich US-Präsident Joe Biden. Er sichert zu, dass Amerika sowohl die Ukraine als auch Israel militärisch unterstützen kann. "Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika, um Gottes Willen, die mächtigste Nation (...) in der Geschichte der Welt", so Biden in einem Interview mit dem Sender CBS. Die US-Regierung könne sich um beides kümmern und trotzdem die Fähigkeiten zur allgemeinen Verteidigung des eigenen Landes aufrechterhalten.

Politik 15.10.23

Absegnung trotz Kongress-Chaos? US-Regierung sichert Militärhilfe für Ukraine und Israel zu

+++ 20:07 Flucht aus Gaza? Grenzübergang Rafah könnte am Montag für ausländische Staatsbürger geöffnet werden +++
Der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifen zum Nachbarland Ägypten soll einer ägyptischen Sicherheitsquelle zufolge jetzt doch am Montag für die Ausreise von ausländischen Staatsangehörigen geöffnet werden. Den Angaben zufolge laufen dafür die Vorbereitungen. Auch die Einfuhr von humanitären Hilfslieferungen über den Grenzübergang Rafah soll demnach ermöglicht werden. Wegen israelischer Luftangriffe ist der Grenzübergang derzeit außer Betrieb. Er ist der einzige Übergang zum Gazastreifen, der nicht von Israel kontrolliert wird. Derzeit gibt es für die Menschen im Gazastreifen keine Möglichkeit, das Gebiet zu verlassen. Auch US-Außenminister Anthony Blinken geht nach Angaben von Reuters davon aus, dass der Grenzübergang bald geöffnet wird. Der Chefdiplomat sagt demnach, dass die USA zusammen mit den Vereinten Nationen, Ägypten und Israel Mechanismen einrichten, um den Bedürftigen Hilfe zukommen zu lassen.

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+++ 19:50 Hunderte demonstrieren in deutschen Städten für Palästinenser - Festnahmen in Berlin +++
Am Wochenende haben Hunderte Menschen für die Sache der Palästinenser und gegen israelische Gegenangriffe demonstriert. In Berlin und Frankfurt am Main galten Versammlungsverbote und die Polizei schritt ein. In Städten wie Trier, Köln und Düsseldorf waren Proteste erlaubt. Teils kamen viel mehr Menschen als angemeldet. Auf dem Potsdamer Platz in Berlin-Mitte versammelten sich heute Nachmittag nach Angaben der Polizei rund 1000 Menschen zu einer Pro-Palästina-Demonstration. Die Einsatzkräfte forderten sie auf, den Platz zu verlassen, da es sich um eine verbotene Versammlung handele. Ursprünglich war eine "Mahnwache für die zivilen Opfer der Menschen in Nahost" angemeldet worden, es war mit 50 Teilnehmenden gerechnet worden. Wie die "Tagesspiegel" unter Berufung auf die Polizei berichtet, sei die Veranstaltung jedoch "gekapert" worden. Der Anmelder habe sich von dem großen Protest distanziert und die Versammlung beendet. Dem Bericht zufolge kam es im Zuge der Auflösung durch die Polizei zu zahlreichen Festnahmen. Einsatzkräfte seien wiederholt angegriffen worden.

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+++ 19:39 Dobrindt will antisemitische Hetze härter bestrafen +++
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt fordert härtere Strafen für antisemitische und anti-israelische Äußerungen. "Es gibt in Deutschland importierten Antisemitismus und Hass auf Israel", sagt Dobrindt der "Bild am Sonntag". "Es braucht einen Knallhart-Kurs gegen Juden- und Israel-Hasser mit Konsequenz und Härte." Ohne Bekenntnis zum Existenzrecht Israels solle es in Deutschland keinen Asyl- oder anderen Schutzstatus mehr geben dürfen. Terror-Unterstützern mit Doppelpass solle der deutsche Pass entzogen und ein Aufenthaltsverbot in Deutschland auferlegt werden, fordert der CSU-Politiker. "Wer gegen Israel hetzt, soll mit mindestens sechs Monaten Haft rechnen müssen, Antisemitismus soll dafür als besonders schwerer Fall der Volksverhetzung eingestuft werden." Bereits jetzt können Menschen, die zu Hass aufstacheln oder andere Gruppen beschimpfen, wegen Volksverhetzung angeklagt werden.

+++ 19:23 "Finger am Abzug": Iran spricht Warnung an Israel aus +++
Der Iran warnt Israel, dass bei einem weiteren Vorgehen gegen die Palästinenser eine Ausweitung des Konflikts drohe. "Wenn die zionistischen Aggressionen nicht aufhören, haben alle Parteien in der Region die Finger am Abzug", zitiert die Nachrichtenagentur Fars den iranischen Außenminister Hossein Amirabdollahian. Der iranische Präsident Ebrahim Raissi fordert unterdessen Frankreich in einem Telefonat mit Präsident Emmanuel Macron auf, dabei zu helfen, "die Unterdrückung" der Palästinenser zu verhindern. Die Lage werde noch komplizierter, wenn "Israel seine Verbrechen" nicht beende, sagt Raissi staatlichen iranischen Medien zufolge in dem Gespräch. Die palästinensischen Widerstandsgruppen träfen ihre eigenen Entscheidungen, sagt Raissi.

+++ 19:04 Leichen werden in Gaza in Eiscreme-Lastern aufbewahrt +++
Im Gazastreifen stapeln sich die Leichen. Weil es auf Friedhöfen zu wenig Platz gibt und der Transport in Krankenhäuser oft zu riskant ist, werden mittlerweile die von israelischen Luftangriffen getöteten Palästinenser in Lastwagen aufbewahrt, die sonst zum Transport und zur Kühlung von Eiscreme dienen. "Die Leichenhalle im Krankenhaus kann nur zehn Körper aufnehmen", deswegen würden Eiscreme-Kühler aus der Eiscremefabrik genutzt, um die gewaltige Zahl der Toten aufzubewahren, sagt Arzt Jasser Ali aus einem Krankenhaus in Deir Al-Bala. Die eingesetzten LKW werden sonst genutzt, um das Eis in Supermärkte zu bringen. Sie zeigen an den Seiten weiterhin Werbung - lachende Kinder, die ihr Eis genießen. Selbst mit den Eiscreme-Lastwagen reiche es nicht, ergänzt Ali. Zum Teil würden Leichen auch in Zelten aufbewahrt. "Der Gazastreifen ist in einer Krise, und wenn der Krieg so weitergeht, werden wir die Toten nicht beerdigen können. Die Friedhöfe sind bereits voll, und wir brauchen neue, um die Toten zu beerdigen." In Gaza-Stadt würden die Behörden Massengräber vorbereiten, sagt ein Regierungssprecher.

+++ 18:41 EU-Staaten geben erste gemeinsame Erklärung seit Beginn des Kriegs ab +++
Die 27 EU-Staaten betonen in einer gemeinsamen Erklärung das Recht Israels auf Selbstverteidigung. Die EU verurteile den brutalen Angriff der Hamas auf Israel. Es ist die erste gemeinsame Erklärung des EU-Rats der Staats- und Regierungschefs seit dem vor gut einer Woche wieder aufgeflammten Konflikt. "Es gibt keine Rechtfertigung für Terror." Israel müsse sich verteidigen. Zugleich rufen sie dazu auf, der Bevölkerung im Gazastreifen humanitäre Nothilfe zu leisten. Die EU-Staaten erklären sich bereit, die Zivilisten in dem Palästinensergebiet weiter zu unterstützen. Dabei müsse aber sichergestellt werden, "dass diese Hilfe nicht von Terrororganisationen missbraucht wird". Es sei zudem von entscheidender Bedeutung, "eine regionale Eskalation" des Konflikts zu verhindern.

+++ 18:26 Ägypten sieht in Israels Gaza-Vorgehen "kollektive Bestrafung" +++
Ägypten kritisiert Israels Reaktion auf den Großangriff der islamistischen Hamas vor einer Woche scharf. Die israelische Reaktion gehe über das Recht auf Selbstverteidigung hinaus und komme einer "kollektiven Bestrafung" gleich, sagt der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi bei einem Treffen mit dem US-Außenminister Antony Blinken. Eine Verzögerung bei der Suche nach Lösungen der Krise werde zu mehr Opfern führen, so Al-Sisi. Es sei sehr wichtig, Spannungen abzubauen und die Lieferung von Hilfsgütern in den abgeriegelten Gazastreifen zu erleichtern. Ägypten bemühe sich überdies, andere Parteien davon abzuhalten, in den Konflikt einzugreifen.

+++ 18:11 Behörde: Zahl der in Gaza getöteten Palästinenser steigt auf 2450 +++
Eine Woche nach Beginn des Kriegs soll die Zahl der Toten im Gazastreifen auf 2450 gestiegen sein. Dies teilt das Gesundheitsministerium in Gaza, das auch der Hamas untersteht, mit. Rund 9200 weitere seien verletzt worden. Damit ist die Zahl der berichteten Toten auf der palästinensischen Seite binnen gut einer Woche bereits höher als während des Gaza-Kriegs 2014, als innerhalb von 50 Tagen 2250 Menschen in dem Küstenstreifen ums Leben kamen. Damals waren auch 66 israelische Soldaten und fünf Zivilisten getötet worden. Der neue Krieg ist damit auch die Konfrontation mit den meisten Toten seit der gewaltsamen Übernahme der Kontrolle im Gazastreifen durch die Hamas 2007.

Update 18:55: Die Zahl der Todesopfer ist nach palästinensischen Angaben vom Abend auf mehr als 2670 gestiegen. Mittlerweile gebe es 2670 Tote und 9600 Verletzte, erklärt das Gesundheitsministerium der Hamas-Regierung. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 17:49 Chinas Außenminister: "Israels Handeln hat den Rahmen der Selbstverteidigung gesprengt" +++
China unterstützt nach den Worten des chinesischen Außenministers Wang Yi die "gerechte Sache des palästinensischen Volkes in der Wahrung seiner nationalen Rechte". Die "Hauptursache" der Lage zwischen Israel und den Palästinensern sei, dass "das Recht des palästinensischen Volkes auf Staatlichkeit lange Zeit beiseite geschoben wurde", sagt Wang nach chinesischen Angaben bei einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Hossein Amir-Abdollahian. Diese "historische Ungerechtigkeit" müsse so schnell wie möglich beendet werden. Wang kritisiert auch das israelische Vorgehen im Gazastreifen scharf. "Israels Handeln hat den Rahmen der Selbstverteidigung gesprengt", erklärt Wang nach Angaben seines Ministeriums bei einem Gespräch mit dem saudi-arabischen Außenminister, Prinz Faisal bin Farhan. Das Land solle "seine kollektive Bestrafung der Bevölkerung des Gazastreifens einstellen", sagt er demnach weiter.

+++ 17:27 Rund eine Million Menschen laut UNO im Gazastreifen vertrieben +++
In der ersten Woche des Kriegs zwischen Israel und der Hamas sind nach Schätzungen der UNO rund eine Million Menschen im Gazastreifen vertrieben worden. Die tatsächliche Zahl der Binnenvertriebenen liege wahrscheinlich noch höher, da zahlreiche Menschen in dem Küstengebiet weiterhin ihre Häuser verließen, sagt die Sprecherin des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Juliette Touma. Am Freitagmorgen hatte die israelische Armee die Zivilisten im Norden des Gazastreifens zur Flucht aufgerufen. Eigenen Angaben zufolge bereitet sich das israelische Militär auf eine Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet vor.

+++ 17:11 USA befürchten direktes Eingreifen des Iran +++
Die USA befürchten nach Angaben des Weißen Hauses eine Eskalation des Krieges zwischen Israel und der Hamas sowie ein direktes Eingreifen des Iran. Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, spricht im US-Sender CBS über eine mögliche neue Front an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon und fügt hinzu: "Wir können nicht ausschließen, dass Iran sich auf irgendeine Weise direkt einmischen wird." Und weiter: "Wir müssen uns auf alle möglichen Eventualitäten vorbereiten." Da den USA das Risiko von Beginn an bewusst gewesen sei, habe US-Präsident Joe Biden schnell reagiert, zunächst einen Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer geschickt und eine "deutliche Botschaft" an alle gesendet, die aus der Situation einen Vorteil zu ziehen versuchten. Am Samstag hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers verkündet.

Politik 15.10.23

Eskalation im Nahen Osten USA können Iran-Einmischung nicht ausschließen

+++ 16:54 Ex-Premier Barak: Hamas-Operationen können nur durch Soldaten vor Ort gestoppt werden +++
Ehud Barak sieht "keine Möglichkeit, die Hamas-Operationen im Gazastreifen durch Luftangriffe, Diplomatie, Wünsche Israels im Fernsehen und weltweite Unterstützung auszurotten". Das sagt der ehemalige israelische Premierminister in einem Interview mit der Deutschen Welle (DW). "Das müssen die Soldaten vor Ort tun, die das Risiko eingehen, dafür mit ihrem Leben zu bezahlen." Über den Terrorangriff, der vergangenes Wochenende begann, sagt Barak: "Wir haben wahrscheinlich den schwersten Schlag seit der Gründung des Staates Israel erlitten." Und weiter: "Wenn Israels Juden auf diese Weise abgeschlachtet werden, [...] ist das eine Katastrophe von noch nie dagewesenem Ausmaß. [...] Kein modernes Land kann es sich leisten, diese Art von terroristischen [Aktivitäten] an seiner Grenze zu haben. [...] Wir haben also keine andere Möglichkeit, als diese Operation dort zu beenden, sodass die Hamas keinerlei operative Fähigkeiten hat."

+++ 16:33 Hilfsorganisationen beklagen "entsetzliche" Lage im Gazastreifen +++
Hilfsorganisationen warnen vor katastrophalen Zuständen im Gazastreifen. Medico und Misereor mahnen die Einhaltung des Völkerrechts und die unverzügliche Einrichtung humanitärer Korridore für die Versorgung der 2,2 Millionen Menschen in der Küstenenklave an. Die "völkerrechtswidrigen Angriffe" auf die Zivilbevölkerung, zivile Infrastruktur und medizinische Einrichtungen müssten eingestellt werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Beide Gruppen arbeiten mit Gesundheitsdiensten und Menschenrechtsorganisationen im Gazastreifen zusammen. "Nach allem, was wir von unseren Partnerorganisationen hören, wissen wir, dass die Situation entsetzlich ist", sagt Tsafrir Cohen, Geschäftsführer von der Hilfs- und Menschenrechtsorganisation Medico International. "Wir befinden uns vor den Augen der Weltöffentlichkeit inmitten einer humanitären Katastrophe, die sich in rasender Geschwindigkeit verschärft."

05:57 min

Politik 15.10.23

FDP-Politikerin zum Gazastreifen "Hamas bringt auch über Palästinenser unendliches Leid"

+++ 16:14 Wasserversorgung für Süden des Gazastreifens wiederhergestellt +++
Israel hat nach Angaben des nationalen Sicherheitsberaters des US-Präsidialamtes, Jake Sullivan, die Wasserversorgung für den Süden des Gazastreifens wiederhergestellt. Die Leitungen seien wieder geöffnet, darüber hätten ihn Vertreter Israels informiert, sagt Sullivan dem Sender CNN. Er habe diese Informationen über die Entwicklung in den vergangenen Stunden erhalten. Israel hat den Gazastreifen nach dem Hamas-Angriff vor einer Woche abgeriegelt, was auch die Strom- und Wasserversorgung betrifft.

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+++ 16:10 Bundeswehr fliegt rund 160 Menschen aus Israel aus +++
Die Bundeswehr hat am Wochenende rund 160 Menschen aus Israel nach Deutschland ausgeflogen. Das teilen das Auswärtige Amt und das Bundesverteidigungsministerium am Nachmittag mit. Drei Flugzeuge der Luftwaffe waren demnach im Einsatz. Die Aktion schließe an die vom Auswärtigen Amt organisierten Sonderflüge der vergangenen Tage an. Der erste Militärtransporter vom Typ A400M erreichte am frühen Morgen den Militärflugplatz im niedersächsischen Wunstorf. An Bord waren nach Bundeswehr-Angaben 51 Passagiere. Eine zweite Transportmaschine landete dort gegen 7 Uhr, wie die Bundeswehr auf der Online-Plattform X (früher Twitter) mitteilt. Den Angaben nach waren 29 Passagiere an Bord. Gegen 16 Uhr erreichte dann ein Airbus A321 der Bundeswehr den Berliner Flughafen BER. Bei diesem Flug habe man 82 Passagiere aufnehmen können, schreibt die Luftwaffe nach dem Abflug in Tel Aviv auf X.

+++ 16:00 Verteidigungsminister: Israel will keinen Krieg im Norden +++
Israel hat nach den Worten seines Verteidigungsministers Joaw Galant kein Interesse an einem Krieg an seiner Front im Norden. Sollte sich die Hisbollah zurückhalten, werde Israel die Lage an der Grenze so, wie sie gegenwärtig sei, respektieren. Israel grenzt im Norden an den Libanon, wo die radikale Hisbollah enormen Einfluss hat. Im Grenzgebiet kommt es immer wieder zu Scharmützeln (siehe Eintrag von 15.43 Uhr). So hat die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz sich in den vergangenen Tagen zu mehreren Angriffen auf Ziele in Israel bekannt. Das israelische Militär hat seinerseits Ziele im Süden des Libanons angegriffen. Die Hisbollah ist wie die Hamas im Gazastreifen ein Erzfeind Israels und spricht dem Staat das Existenzrecht ab.

+++ 15:56 Raketenalarm im Norden Israels +++
Mehrere Ortschaften im Norden Israels sind erneut in Alarmzustand versetzt worden. Im Grenzgebiet heulten wegen Raketenbeschusses die Sirenen, wie die israelischen Streitkräfte berichten. Zuvor waren auch im westlichen Grenzgebiet Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden.

+++ 15:43 Fünfter Angriff binnen eines Tages aus dem Libanon auf israelische Streitkräfte +++
Erneut ist aus dem Libanon eine Rakete auf einen israelischen Militärposten abgefeuert worden. Der Beschuss erfolgte im Grenzgebiet, wie Israels Streitkräfte erklären. Laut israelischen Medienberichten war es der fünfte Angriff am heutigen Sonntag. Aus libanesischen Sicherheitskreisen heißt es, dass Israel mit Artilleriefeuer auf Stellungen im zentralen Grenzgebiet reagiert habe. Augenzeugen zufolge wurden insgesamt mindestens neun Raketen aus dem Libanon abgefeuert.

+++ 15:25 Netanjahu beruft Notstandsregierung ein und droht Hamas mit Zerstörung +++
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beruft erstmals die neue, mit Teilen der Opposition gebildete Notstandsregierung ein. Die demonstrierte nationale Einheit sende eine Botschaft an die Nation, den Feind und die Welt, sagt Netanjahu und droht der Hamas mit ihrer Zerstörung. "Die Hamas dachte, wir würden zerstört werden. Wir sind es, die die Hamas zerstören werden." Zu Beginn der Sitzung verharrten die Kabinettsmitglieder in Stille und im Gedenken der 1300 beim Angriff der Hamas getöteten Israelis. Das zeigt eine Videoaufnahme, die Netanjahus Büro veröffentlicht.

+++ 15:08 Gaza-Grenzübergang Rafah weiter blockiert - kein Durchkommen für Hilfsgüter und ausländische Staatsbürger +++
Auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel stauen sich Hilfslieferungen für den Gazastreifen. Der Grenzübergang zwischen Rafah im Süden des Gazastreifens und Ägypten sei weiterhin geschlossen, berichten mehrere Augenzeugen. Auf ägyptischer Seite standen demnach am Vormittag immer noch Betonblockaden, die die Behörden aufgestellt hatten, nachdem die israelische Luftwaffe den Grenzübergang Rafah am Montag und Dienstag binnen 24 Stunden drei Mal bombardiert hatte. Eine baldige Öffnung des Grenzübergangs gilt als unwahrscheinlich. Erst am Samstag hatte ein Vertreter der US-Regierung gesagt, Ägypten und Israel hätten sich darauf verständigt, US-Bürger aus dem Gazastreifen über den Grenzübergang Rafah ausreisen zu lassen. Auch andere Nationen wie die Ukraine bemühen sich derzeit, Staatsbürger auf diesem Weg aus dem Gazastreifen zu evakuieren. Die "Kyiv Post" zitiert den ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinets, wonach sich 243 ukrainische Staatsangehörige, vor allem Frauen und Kinder, "in Gefahr" befänden und keinen Zugang zu lebenswichtigen Gütern und Kommunikationsmitteln hätten. Lubinets befindet sich demnach aktuell im Kairo, um über eine Evakuierung der Betroffenen zu verhandeln.

Zuvor hatte Lubinets am Samstagabend gesagt, das israelische Außenministerium habe die zuvor erteilte Erlaubnis für die Evakuierung von Ausländern über den Grenzübergang widerrufen. Demnach seien die israelischen Behörden nur zwei Stunden vor Beginn der geplanten Evakuierung von der Vereinbarung zurückgetreten und hätten erklärt, sie könnten die Sicherheit der Personen, die den Grenzübergang benutzen, nicht garantieren. Die ägyptischen Behörden sollen den Übergang von ihrer Seite aus geöffnet haben, sodass unklar sei, warum die israelischen Behörden ihre Erlaubnis plötzlich widerrufen haben, berichtet der "Kyiv Independent". Ägyptische Medien mit guten Kontakten zum Geheimdienst berichteten dagegen unter Berufung auf hochrangige Quellen, Ägypten lehne es ab, den Grenzübergang nur für die Ausreise von Ausländern zu öffnen, sondern fordere im Gegenzug die Einfuhr von Hilfsgütern.

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+++ 14:46 Sicherheitsexperte: "Hamas hat sich auf Häuserkampf jahrelang vorbereitet" +++
Angesichts der angekündigten Bodenoffensive befürchten Beobachter einen monatelangen und verlustreichen Häuserkampf im Gazastreifen. Sicherheitsexperten Frank Umbach erläutert, dass eine weitere Eskalation zum strategischen Kalkül von Hamas und Hisbollah gehören könnte.

03:02 min

Politik 15.10.23

Umbach vermutet gezielte Eskalation "Hamas hat sich auf Häuserkampf jahrelang vorbereitet"

+++ 14:22 Staatsmedien: Hamas und Iran beraten sich über "Widerstandsachse" +++
Der Iran und die Hamas haben sich über eine Stärkung ihres Widerstands gegen Israel beraten. Bei ihrem Treffen in der katarischen Hauptstadt Doha hätten Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian und Hamas-Chef Ismail Hanija über Möglichkeiten gesprochen, die "Achse des Widerstands" gegen Israel zu stärken, berichtet die iranische Staatsagentur Irna. Gemeint ist damit eine Allianz militanter Gruppen gegen den jüdischen Staat. Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist Israel Irans Erzfeind. Teheran hat seit den 1990er-Jahren seine politischen und militärischen Beziehungen in der Region ausgebaut. Ein Vertreter der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas, Chalil al-Haja, bekräftigt nach dem Treffen laut Irna alte Drohungen und ruft zur Vernichtung Israels auf. Drei Stunden hätten sich der Minister und Hanija in Doha beraten.

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+++ 14:00 Ägypten schlägt "Gipfeltreffen" zur Krise vor +++
Ägypten verstärkt nach eigenen Angaben zusammen mit seinen internationalen und regionalen Partnern seine Bemühungen, Hilfe für die Bevölkerung im Gazastreifen zu liefern. Die nationale Sicherheit sei für Ägypten die rote Linie, erklärt das Präsidialamt in Kairo. Daher werde jeder Plan abgelehnt, die Palästinenser aus ihrem Gebiet zu vertreiben. Ägypten schlage vor, ein Gipfeltreffen auszurichten, auf dem die jüngsten Entwicklungen rund um die Krise im Gazastreifen und die Zukunft der Palästinenserfrage behandelt werden sollten.

+++ 13:48 Papst fordert Hilfskorridore für Gazastreifen +++
Papst Franziskus ruft dazu auf, im Gazastreifen Korridore für Hilfslieferungen für die Bevölkerung einzurichten. "Ich fordere eindringlich, dass Kinder, Kranke, ältere Menschen und Frauen sowie alle Zivilisten nicht Opfer des Konflikts werden", sagt das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz in Rom. Er verlangt auch die Freilassung der von der Hamas verschleppten Geiseln. "So viele sind bereits gestorben. Bitte vergießen Sie kein unschuldiges Blut mehr, weder im Heiligen Land noch in der Ukraine oder anderswo. Genug! Kriege sind immer eine Niederlage, immer." Am Freitag hat der Vatikan sich als Vermittler im Konflikt zwischen Israel und der Hamas angeboten.

+++ 13:37 Wieder Raketenalarm in Tel Aviv - dumpfe Explosion +++
In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv hat es erneut Raketenalarm gegeben. Einwohner des Stadtzentrums rannten in Schutzräume und hörten eine dumpfe Explosion. Auch auf andere israelische Ortschaften vor allem im Grenzbereich zum Gazastreifen feuerten militante Palästinenser weiter Raketen ab.

+++ 13:29 Vater der getöteten Emily (8): Besser mein Kind ist tot als in der Hand der Hamas +++
Die israelischen Streitkräfte (IDF) verwehren sich gegen den gestern aufgekommenen Vorwurf, sie hätten einen Konvoi von Zivilisten auf einer deklarierten Fluchtroute bombardiert. Mit Filmmaterial von fliehenden Palästinensern, das eine Explosion auf der Route eins Konvois zeigt, hatte die Hamas ihre Vorwürfe untermauert. Die IDF bestreiten nicht die Echtheit der Filmaufnahmen, betonen jedoch, es habe keinerlei Anweisung gegeben, auf die fliehenden Fahrzeuge zu zielen. Es könne sich allenfalls um einen Blindgänger handeln, "aber das bezweifle ich", sagt Jonathan Conricus, Sprecher der Truppen im Video-Update von heute auf "X".

Die achtjährige Emily schläft von Freitag auf Samstag bei ihrer Freundin. Darum weiß ihr Vater, nachdem die Hamas im grenznahen Kibbuz Be'eri gewütet hat, noch nicht, ob sie noch am Leben ist oder womöglich von den Terroristen entführt wurde. Als es traurige Gewissheit wird, dass Emily umgebracht wurde, bedeutet das für Thomas Hand bei der unfassbaren Trauer zugleich Erleichterung. In den Händen der Hamas hätte seine Tochter "jede Minute, jede Stunde, jeden Tag, womöglich auch die kommenden Jahre" Angst gehabt. "Wenn man weiß, was sie den Menschen in Gaza antun, ist das schlimmer als der Tod."

+++ 12:49 Israelische Truppen haben Hamas-Chef Sinwar im Visier +++
Israel plant, 10.000 Soldaten zu entsenden, um Gaza-Stadt einzunehmen und die Führung des Streifens zu "zerstören", berichtet die New York Times unter Berufung auf israelische Militäroffiziere, die sich öffentlich geäußert haben. Dem Bericht zufolge wäre die Offensive die größte seit dem Zweiten Libanonkrieg 2006, und die israelischen Streitkräfte (IDF) würden versuchen, Teile des Gazastreifens zumindest vorübergehend zu halten. Die Truppen würden sich besonders auf die Tötung des Hamas-Führers Yahya Sinwar konzentrieren, sagt der IDF Sprecher, Oberstleutnant Richard Hecht. "Dieser Mann ist in unserem Visier", sagt Hecht. "Er ist dem Tod geweiht, und wir werden diesen Mann kriegen."

+++ 12:31 Thüringer Verfassungsschutz: Manche Palästinenser fordern "Pogromnacht 2.0" +++
Thüringens Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer warnt wegen des blutigen Konflikts zwischen Israel und der islamistischen Hamas vor zunehmenden Gefahren in Deutschland. Radikalisierte Hamas-Sympathisanten könnten es "nicht mehr nur beim Demonstrieren und bei Hasstiraden und einzelnen körperlichen Angriffen belassen, sondern möglicherweise konkrete Anschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen und Personen verüben", sagt Kramer im "Handelsblatt". Jetzt rufe die Hamas wieder zu offener Gewalt an Juden, jüdischen Restaurants, Läden und Synagogen in allen Teilen der Welt auf. "Manche Palästinenser fordern ganz offen und unverhohlen eine Art Reichspogromnacht 2.0."

+++ 12:08 Großbritannien ruft Israel zur Zurückhaltung auf +++
Großbritannien unterstützt Israels Recht auf Selbstverteidigung, ruft das Land aber zugleich zur Zurückhaltung bei Militäreinsätzen im Gazastreifen auf. Der Schaden für die dortige Zivilbevölkerung müsse so gering wie möglich gehalten werden, sagt der britische Außenminister James Cleverly dem Sender Sky News. Er habe in Beratungen mit der israelischen Regierung die Notwendigkeit zur Minimierung ziviler Opfer angesprochen. "Zurückhaltung, Disziplin – das sind die Kennzeichen der israelischen Verteidigungsstreitkräfte, die ich sehen möchte." Die israelische Seite solle alles tun, um die Zahl der zivilen Opfer gering zu halten, um zu verhindern, "dass die Hamas bekommt, was sie will, nämlich die Eskalation hin zu einem größeren regionalen Konflikt".

+++ 11:48 ntv-Team wird im Westjordanland von Schüssen überrascht +++
Wie sehr die Lage im Westjordanland eskalieren könnte, hängt auch von palästinensischen Extremistengruppen ab. Sollte Israel die angekündigte Bodenoffensive starten, drohen sie mit einer "dritten Intifada". Wie bedrohlich die Lage vor Ort ist, bekommt ntv-Reporterin Kavita Sharma bei ihrem Dreh zu spüren.

02:41 min

Politik 15.10.23

Israelische Warnung während Dreh ntv-Team wird im Westjordanland von Schüssen überrascht

+++ 11:33 Özdemir fordert mehr Einsatz aller Deutschen für Juden +++
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) fordert nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel von der Mehrheitsgesellschaft in Deutschland mehr Einsatz gegen Judenhass. Meist seien es Jüdinnen und Juden, die nach Angriffen Trauerkundgebungen organisierten. "Warum eigentlich? Warum müssen Juden immer daran erinnern, was passiert? Warum schafft es nicht mal die Mehrheitsgesellschaft? Wo sind wir jetzt gerade? Wo sind unsere Massenkundgebungen?", fragt Özdemir beim grünen Landesparteitag in Baden-Württemberg. Die Gesellschaft müsse sich an die Seite der jüdischen Gemeinde stellen, fordert er. Wenn man von der deutschen Staatsräson spreche, sei man jetzt vor allem im Inland gefordert. "Die Staatsräson kann man sich sparen, wenn wir diese Bilder, wie wir sie in Neukölln, in Duisburg und anderswo hatten, nicht unterbinden."

+++ 11:15 Ein Toter bei Angriff auf israelisches Grenzdorf zum Libanon +++
Bei dem Angriff auf ein israelisches Dorf an der Grenze zum Libanon hat es einen Toten gegeben. Drei weitere Personen seien verletzt worden, teilen die libanesische Hisbollah und israelische Mediziner mit. Bei dem Toten soll es sich um einen etwa 40 Jahre alten Arbeiter halten. Das israelische Militär erklärt, Gegenangriffe auf den Libanon gestartet zu haben. Sprecher Richard Hecht sagt, die Hisbollah müsse "sehr vorsichtig sein und den Libanon nicht da hineinziehen". Dies wäre "eine sehr schlechte Entscheidung", betont er. "Es würde den Libanon in eine Katastrophe stürzen." Die Hisbollah gilt als deutlich schlagkräftiger als die Hamas.

+++ 10:58 Neue Videos: Überlebende des Festivals filmen ihre Flucht +++
In den sozialen Medien tauchen neue Videos auf, die den Hamas-Angriff auf das "Universo Paralello"-Festival in Israel zeigen, Terroristen, die auf Toilettenhäuschen zielen, und fliehende Raver. Eine der Überlebenden des Massakers flüchtet sich während des Blutbads in einen Busch und harrt dort acht Stunden lang aus. Weil sie nicht weiß, ob die Hamas sie noch finden wird, filmt sie ein Abschiedsvideo.

01:31 min

Politik 15.10.23

Überlebende filmen ihre Flucht Neue Aufnahmen zeigen Hamas-Sturm auf Musikfestival

+++ 10:38 US-Regierung stellt Schiff zur Ausreise aus Israel bereit +++
Die US-Regierung will ihre Staatsangehörigen in Israel nach den Terrorangriffen der islamistischen Hamas nun auch auf dem Seeweg aus dem Land holen. Das Schiff werde am Montagmorgen in der nördlichen Stadt Haifa starten, teilt die US-Botschaft in Israel mit. Zielhafen sei die Stadt Limassol auf Zypern. Die Plätze auf dem Schiff seien begrenzt und würden in der Reihenfolge der Ankunft der Passagiere am Terminal in Haifa vergeben, heißt es. Mitreisen könnten ausschließlich US-Bürger und unmittelbare Familienangehörige, also Ehepartner oder Kinder. Die USA hatten zuvor angekündigt, Charterflüge für US-Staatsangehörige bereitzustellen. Am Samstag hatte die US-Regierung angesichts der Entwicklungen seit dem Massaker der Hamas auch die Ausreise nicht unmittelbar benötigter Regierungsbeschäftigter aus Israel genehmigt.

+++ 10:10 Israel riegelt Grenze zum Libanon ab +++
Israel riegelt die Grenze zum Libanon ab. Man komme nur noch bis auf vier Kilometer dort heran, teilt Militärsprecher Daniel Hagari auf der Plattform X (früher Twitter) mit. Zudem würde das GPS in dieser Region und an der südlichen Grenze zum Gazastreifen mit Absicht unterbrochen. Das beeinträchtige die Funktionen von Apps.

+++ 09:55 Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Israel +++
Das Auswärtige Amt (AA) warnt vor Reisen nach Israel, in die Palästinensischen Gebiete und den Libanon. "Israel befindet sich formell im Kriegszustand", heißt es auf der Internetseite des AA. Deutschen Staatsbürger vor Ort will das AA weiterhin bei der Ausreise unterstützen. "Es wird heute einen Sonderflug der Fluggesellschaft Condor vom jordanischen Akaba geben. Zudem wird es heute auf Bitten des Auswärtigen Amts Flugmöglichkeiten mit der Luftwaffe geben, mit denen deutsche Staatsangehörige und ihre Familien nach Deutschland ausreisen können", erklärt ein Sprecher des Amtes. "Bei Bedarf können weitere Luftwaffenflüge eingerichtet werden. Im Falle einer Lageverschlechterung steht die Bundeswehr auch für eine militärische Evakuierungsoperation bereit."

+++ 09:35 Viele Verletzte in Gaza müssen sich selbst versorgen +++
Die humanitäre Lage im Gazastreifen spitzt sich immer weiter zu. Für viele Menschen hat das Evakuierungszeitfenster nicht gereicht, viele Krankenhäuser sind überfüllt. Verletzte müssen sich teils selbst versorgen, außerdem werden Lebensmittel knapp.

02:07 min

Politik 15.10.23

Krankenhäuser überfüllt Viele Verletzte in Gaza müssen sich selbst versorgen

+++ 09:03 Auswärtiges Amt will Reisewarnung für Israel aussprechen +++
Das Auswärtige Amt will in Kürze eine Reisewarnung für Israel aussprechen. Das bestätigt ein Ministeriumssprecher. Es werde außerdem eine Reisewarnung für die Palästinensischen Gebiete und den Libanon geben. Bislang hatte das Amt von Reisen nach Israel lediglich abgeraten. Unterdessen fliegt die deutsche Luftwaffe weiterhin Deutsche zur Evakuierung aus Israel aus. Am frühen Morgen startete das dritte Flugzeug von Deutschland aus Richtung Israel.

+++ 08:45 Blinken will saudischen Kronprinz treffen +++
US-Außenminister Antony Blinken will nach Angaben eines amerikanischen Regierungsvertreters im Rahmen seiner Nahost-Reise auch Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman treffen. Salman ist de facto der Herrscher des Königreichs und einer der einflussreichsten und mächtigsten Politiker in der Region. Blinken wird im weiteren Tagesverlauf auch in Ägypten erwartet. Auftaktstation seiner Reise war Israel am Donnerstag. Er besuchte außerdem Jordanien, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Blinken will verhindern, dass der Krieg zwischen Israel und der Hamas sich zu einem größeren Regionalkonflikt ausweitet und die Freilassung von Hamas-Geiseln erreichen.

+++ 08:32 Büro von Al Jazeera soll in Israel geschlossen werden +++
Israels Kommunikationsministerium schlägt vor, das lokale Büro des arabischen Nachrichtensenders "Al Jazeera" schließen zu lassen. Das Ministerium will nach eigenen Angaben dafür eine Genehmigung des Kabinetts beantragen. Zur Begründung wirft das Ministerium dem von Katar finanzierten Sender vor, der radikalislamischen Hamas dabei zu helfen, Stimmung gegen Israel zu machen und israelische Soldaten potenziellen Angriffen aus dem Gazastreifen auszusetzen.

+++ 08:10 Israel lässt auch heute Fluchtkorridor in den Süden zu +++
Die Israelischen Streitkräfte (IDF) haben erklärt, dass sie auch heute einen humanitären Korridor in den südlichen Gazastreifen zulassen und von 10.00 bis 13.00 Uhr Ortszeit keine Angriffe in der Nähe der Salah a-Din Straße durchführen werden, die vom nördlichen in den südlichen Teil Gazas führt. Wem die Sicherheit seiner Familie am Herzen liege, solle sich in Richtung Süden begeben, heißt es in der Mitteilung bei "X" (vormals "Twitter") in arabischer Sprache. Am Morgen gaben die IDF ein Update zur Situation.

+++ 07:53 Hamas spricht von 2329 getöteten Palästinensern in Gaza +++
Im Gazastreifen gibt das Gesundheitsministeriums der Hamas an, seit Beginn des jüngsten Konflikts mit dem Massaker in israelischen Kibbuzim 7. Oktober seien bislang 2329 Palästinenser getötet und 9714 verletzt worden. Diese Zahlen lassen sich nicht verifizieren.

+++ 07:30 Tausende bei Pro-Palästinenser-Demos in Australien +++
In Australien haben sich in mehreren Städten Tausende Menschen an Demonstrationen zur Solidarität mit den Palästinensern beteiligt. Eine der größten Kundgebungen findet in Sydney statt. Die Veranstalter sprechen allein dort von 5000 Teilnehmern, ein Reuters-Mitarbeiter schätzt die Zahl auf rund 2000. Demonstrationen werden auch in Adelaide und Melbourne abgehalten, wo ebenfalls Tausende auf die Straßen gehen, wie "The Guardian Australia" berichtet.

+++ 07:17 Israelische Regierung: Iran will über Syrien zweite Front eröffnen +++
Joschua Sarka, ein ranghoher Vertreter des israelischen Außenministeriums, wirft dem Iran vor, mit Waffenlieferungen nach oder via Syrien eine zweite Kriegsfront eröffnen zu wollen. Entsprechende Spekulationen in einem Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst X bestätigt Sarka.

+++ 06:55 Israel: Weiterer Drahtzieher des Massakers getötet +++
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben einen weiteren Drahtzieher der von Hamas-Angreifern unter Israelis verübten Massaker getötet. Billal Al Kedra, Befehlshaber terroristischer Einheiten im südlichen Chan Yunis, sei bei Luftangriffen am Vorabend getötet worden, teilte die Armee heute Morgen mit. Auch weitere Terroristen der Hamas und der militanten Palästinensergruppe Islamischer Dschihad seien dabei ums Leben gekommen. Bereits zuvor hatte Israels Militär den Tod zweier mutmaßlicher Hamas-Drahtzieher des Massakers vom vergangenen Wochenende gemeldet.

+++ 06:29 Israelisches Militär: Hamas hindert Menschen in Gaza an der Flucht +++
Die Israel Defence Forces (IDF) melden Versuche der Hamas, Konvoys ihrer Landsleute zu stoppen, die sich gemäß der israelischen Aufforderungen nach Süden begeben wollen, um Gebiet zu erreichen, das Israel in den kommenden Tagen nach eigener Ankündigung nicht attackieren will. Hamas habe "eigene Warnungen ausgesprochen, sich nicht in Sicherheit zu bringen, sie haben Zivilisten gestoppt, Konvoys gestoppt von Einwohnern des Gazastreifens, die versuchten, aus der Bedrohungslage zu fliehen. Drohnenbilder zeigen eine Autoschlange, die von zwei Fahrzeugen daran gehindert wird, weiterzufahren in südliche Richtung.

+++ 05:58 Bundeswehrmaschine mit evakuierten Deutschen gelandet +++
Eine erste Bundeswehrmaschine mit ausgeflogenen Passagieren aus Israel ist in Deutschland gelandet. Der Militärtransporter vom Typ A400M erreichte am frühen Sonntagmorgen den Militärflugplatz im niedersächsischen Wunstorf. An Bord waren nach Bundeswehr-Angaben 51 Passagiere. Eine zweite Transportmaschine mit 29 Passagieren sollte wenig später landen. "Weitere Flüge sind in Vorbereitung", hatte die Bundeswehr über die Online-Plattform X mitgeteilt. Eine Woche nach den Terrorangriffen der Hamas auf Israel beteiligt sich die Bundeswehr unmittelbar daran, deutsche Staatsbürger aus Israel herauszuholen - während die dortige Armee einen großangelegten Angriff auf den von den militanten Islamisten kontrollierten Gazastreifen vorbereitet.

+++ 05:14 "New York Times": Start der Bodenoffensive verschiebt sich +++
Laut einem Bericht der "New York Times" verschiebt Israels Militärführung die Bodenoffensive in den Gazastreifen um einige Tage. Grund ist einigen hochrangigen Offizieren zufolge das Wetter. Die derzeitige Bewölkung erschwere die Luftunterstützung der Bodentruppen durch Flugzeuge und Drohnen. Israel hatte die Bodenoffensive noch nicht offiziell angekündigt, am Freitag aber Zivilisten dazu aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen.

+++ 04:04 WHO: Evakuierung wäre "Todesurteil" für viele Patienten +++
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts des israelischen Evakuierungsaufrufs für Zivilisten in Gaza vor der Verschärfung einer "humanitären Katastrophe". Eine "erzwungene" Verlegung von 2000 Patienten und Gesundheitspersonal in den südlichen Gazastreifen könne "einem Todesurteil gleichkommen", erklärt die Organisation. Besonders betroffen seien demnach Schwerkranke, Intensiv- und Dialysepatienten, Neugeborene in Inkubatoren und schwangere Frauen mit Komplikationen. Sie alle riskierten "eine unmittelbare Verschlechterung ihres Zustands oder den Tod", wenn sie gezwungen würden, sich auf den Weg zu machen und während der Evakuierung zudem "keine lebenswichtige Versorgung" erhielten.

+++ 03:42 29 US-Bürger bei Hamas-Angriff ums Leben gekommen +++
Die Zahl der beim Angriff der Hamas in Israel getöteten US-Amerikaner steigt nach Angaben des US-Außenministeriums auf mindestens 29. Zuvor hatte Washington 27 tote US-Staatsbürger gemeldet. Es würden außerdem 15 US-Bürgerinnen und -Bürger vermisst sowie eine Person mit rechtmäßig ständigem Wohnsitz in den USA - damit sind in der Regel Besitzer einer sogenannten Green Card gemeint.

+++ 03:03 Israelischer Luftangriff: Flughafen von Aleppo außer Betrieb +++
Der Flughafen von Aleppo ist syrischen Angaben zufolge nach einem israelischen Luftangriff wieder außer Betrieb. Der Angriff sei von der Richtung des Mittelmeers aus erfolgt, erklärt das Verteidigungsministerium in Damaskus. Eine Stellungnahme des israelischen Militärs liegt nicht vor. Der Flughafen nahm am Samstag erst wieder den Betrieb auf, nachdem israelische Raketenangriffe ihn wie auch den Airport in Damaskus beschädigt hatten. Der Flughafen der Hauptstadt ist noch nicht repariert. Insidern zufolge sollen die Angriffe iranische Nachschublinien nach Syrien unterbrechen, wo zuletzt der Einfluss der Islamischen Republik zugenommen hat.

+++ 02:22 Zweite Bundeswehrmaschine landet in Tel Aviv +++
Eine zweite Bundeswehrmaschine ist zur Rückholung deutscher Staatsbürger aus Israel angekommen. Ein Militärtransporter vom Typ A400M sei um 00.25 Uhr MESZ in Tel Aviv gelandet, schreibt die Bundeswehr auf X. Eine erste Transportmaschine mit 51 Passagieren sei auf dem Weg zurück nach Deutschland. Die Maschine habe Israel am Vorabend gegen 23.00 Uhr MESZ verlassen.

+++ 01:53 Pentagon bestätigt Verlegung von Kriegsschiffen +++
Jetzt ist offiziell, was Insider vorher berichtet hatten: Die USA verlegen weitere Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer. Dazu zählten unter anderem der Flugzeugträger "USS Dwight D. Eisenhower", der Lenkwaffenkreuzer "USS Philippine Sea" und die Zerstörer "USS Mason" und "USS Gravely", teilt das Pentagon mit. Sie sollen sich demnach den bereits in die Region verlegten Schiffen anschließen.

+++ 01:19 Biden spricht mit Netanjahu und Abbas +++
US-Präsident Joe Biden führt getrennte Telefonate mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und seinem palästinensischen Kollegen Mahmud Abbas. Netanjahu sagte Biden seinem Büro zufolge, es seien "Einigkeit und Entschlossenheit" erforderlich, damit Israel seine militärischen Ziele erreichen könne. Laut dem Weißen Haus sei es auch um Zugang "unschuldiger Zivilisten" zu Wasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung gegangen. Auch mit Abbas habe Biden über humanitäre Hilfe gesprochen und wie die USA diese mit den Vereinten Nationen und den Partnern im Nahen gewährleisten könnten. Von palästinensischer Seite heißt es, Abbas habe eine Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen abgelehnt.

+++ 00:52 Innenministerium verstärkt Schutz für jüdische Einrichtungen +++
Angesichts befürchteter antisemitischer Übergriffe verstärkt das Bundesinnenministerium den Schutz von Juden und Israelis in Deutschland. Die Bundesregierung nehme die zunehmende Gefahr von Solidarisierungs- und Unterstützungsaktionen für den Terror der Hamas sehr ernst, sagt Bundesinnenministerin Nancy Faeser der "Bild am Sonntag". Die deutschen Sicherheitsbehörden setzten laut Faeser alle rechtsstaatlichen polizeilichen und nachrichtendienstlichen Mittel gegen die islamistische Szene ein. würden alle rechtlichen Möglichkeiten zu Ausweisung von Hamas-Unterstützern aus Deutschland genutzt.

+++ 00:21 Medienbericht: USA schicken weiteren Flugzeugträger +++
Die USA entsenden einem Medienbericht zufolge einen zweiten Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer. Der Sender ABC beruft sich auf US-Kreise. Die USA haben nach eigenen Angaben bereits den Flugzeugträgerverband der USS "Gerald R. Ford" näher an Israel verlegt. Nun solle die Kampfgruppe "USS Eisenhower" folgen, um Iran und die Hisbollah-Miliz davon abzuhalten, in den Konflikt einzugreifen, berichtet ABC. Das Pentagon bestätigt die Entsendung bislang nicht.

Die Ereignisse vom Vortag lesen Sie hier.

+++ 23:59 Zivilschutz spricht von 1000 Verschütteten im Gazastreifen +++ (2024)
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